Samstag, 19. August 2006
Heute ist so ein Tag...
...den ich am liebsten verschlafe und das habe ich auch in die Tat umgesetzt.

Zwar war ich vom Kater viel zu früh geweckt worden, doch wer kann es ihm verdenken, für ihn gibt es schließlich keine Samstage in der Woche, sondern nur Tage, an denen er aufwacht und irgendwann wieder einschläft.
Schlaftrunken hatte ich ihm etwas zum Fressen hingelegt, um ihm danach zu verdeutlichen, dass es heute ein verschlafener Tag werden soll. Hatte mich ruhig auf die Couch gelegt und mich vom Frühprogramm berieseln lassen. Als er nach zehn Minuten an meiner Brust eingeschlafen war, schien mir klar, dass der Kater verstanden hatte.

Zwei Stunden drangehangen, dann kurz was gegessen, mit Freuden festgestellt, dass der Kater mehr als verstanden hatte und sich deshalb nochmals mit ihm auf die Couch gelegt.

Gleich gehts los in die alte Heimat: Diskussion mit dem großen Bruderherz, Film mit Freunden und danach Kinderdisco - anders kann ich es nicht nennen, wenn ich mich dazu breitschlagen lasse, mit den anderen in einen Laden zu gehen, in dem ich seit der Schule nicht mehr war und das ist immerhin vier Jahre her.

Na, wer weiß, vielleicht liegt ja doch noch Jugend irgendwo in mir versteckt. Oder es wird am Ende so wie im Delta, also mit einem guten Ende.

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Freitag, 18. August 2006
191 Tage
Solange war ich Justizfachangestellter bei der Staatsanwaltschaft in Dortmund, noch zweieinhalb Jahre draugerechnet, dann hat man die Zeit, die ich bei der Justiz beschäftigt war.
Heute, am letzten Tag ist das ein komisches Gefühl. Wenn man vorgearbeitet hat, um diesen Tag stressfrei zu verleben, wenn man stattdessen mehrere Runden durch die Büros dreht, um sich endgültig zu verabschieden und zu sagen, dass man sich für einen anderen Weg entschieden hat.

Kollegen, von denen man es nie gedacht hätte, sind sichtlich und sprachlich mitgenommen, dass man geht und wenn man ihnen nichts Böses andichten möchte, dann wahrscheinlich wirklich deshalb, weil man geht und nicht, weil die Abteilung fürs Erste wieder unbesetzt ist.

Die Dezernenten, sozusagen direkte Vorgesetzte, sprechen einem "beste Geschäftsstellenverwaltung" und "exzellente Zusammenarbeit" zu und wünschen einem, dass man mit dem Studium die Ziele erreicht, die man sich gesetzt hat. Es ist ein seltsames Gefühl, all diese Menschen am Montag nicht mehr zu sehen, mit Andrea gegen halb zehn keinen Cappuccino zu trinken oder nicht mehr die Akten zu vergessen, weil man sich mit Peter verquatscht, weil wir beide ein super Wochenende hatten.

Dieser ganze Tag war wie in Wolle gepackt - sanft, von einer luftigen Leichtigkeit und doch irgendwie kratzig. Weil man eigentlich hätte dableiben wollen, wenn man nicht im anderen Weg mehr Zukunft sehen würde.
Ich muss mir dringend was für den Schlüsselbund kaufen. Der ist nämlich mehr als leer, als ich Schlüssel, Zugangsberechtigung und Zeituhrchip abgegeben habe und mir der Geschäftsleiter einen schönen Urlaub in Holland gewünscht hat.
Ich merke schon Stunden nach dem Abschied, dass der Schlüsselbund nicht das einzige Leere sein wird für eine gewisse Zeit.

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Montag, 14. August 2006
And a student was born!
Alles hat geklappt! Der Wecker ging zeitig los, ich hatte alle nötigen Unterlagen zusammengepackt, Zeit für einen Kaffee und ein Brötchen, keine Zugverspätungen - ich war superpünktlich!

So pünktlich, dass ich mir als einer der ersten über zwei Stunden die Beine in den Bauch stehen durfte, um mich einschreiben zu lassen.
Dabei hatten die Damen im Studentensekretariat eine fulminante Taktik entwickelt: Man teile alle Einschreibewilligen in drei Gruppen auf, die keine erkennbaren gemeinsamen Charakteristika besitzen und lasse die Einschreibwilligen gruppenweise in Schlange am Tresen stehen.
Und dann ließ man uns stehen... und stehen... und stehen...

So stand ich also von 08.47 Uhr bis 11.18 Uhr. Ungefähr, denn in der Lethargie des Wartens vergisst man schonmal die eine oder andere verstreichende Minute, nicht zu vergessen, die letzten paar Sitzminuten auf einem Tisch. Stehen, hinter einem dicken Osteuropäer, der mich ein wenig an den Comicfreak von den "Simpons" erinnerte und vor einer wasserstoffblonden Schönheit, deren einziger Makel ihre bukelige Nase war, auf der man eine schöne Abfahrt hätte einrichten können.
Gewartet habe ich übrigens für einen Fünf-Minuten-Besprechungs-Quickie mit einer freundlichen FH-Mitarbeiterin in ihrem Büro. Für eine Unterschrift und die Aushändigung meiner Studentenbescheinigung.

Keine schwere, wohl aber eine lange Geburt...

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