Sonntag, 12. November 2006
Wenn Mathematiker lieben...
Analysis-Vorlesung. Der Dozent schreibt eine Folge von Logarithmus-Funktionen an die Tafel.
"Und wenn Sie jetzt davon die Ableitung bilden, bekommen Sie eine noch viel schnuffigere Funktion als diese hier." Er schreibt die Ableitung an und schmunzelt zufrieden. "Ohja, das ist doch mal sexy, oder?"

Permalink (10 Kommentare)   Kommentieren

 


Im Zwiegespräch
Nachts wachte ich kurz auf und umschlang sie mit meinen Armen, denn ich wollte sie gar nicht mehr gehen lassen. Mein Traum hatte mich heftig aufschrecken lassen, doch wähnte ich mich mit ihr an meiner Seite wieder in Sicherheit.

"Lass mich doch los", sagte sie und wandte sich ab.
"Aber ich vermisse dich", erwiderte ich enttäuscht und zog die Decke wieder über meinen Körper. Ich konnte sie jetzt kaum noch erkennen, es war viel zu dunkel, aber ich erahnte, wie sie aussah, trug ich doch ihr Bild schon lange in meinem Kopf bei mir.

Sie sah mich nicht an, als sie sagte: "Wir hatten eine schöne Zeit, aber du hast jetzt eine Neue und eine andere wird auch immer da sein. Die beiden sollten jetzt deine Aufmerksamkeit besitzen. Nicht ich. Ich werde immer älter und kann dir nichts mehr geben."
"Ich war so glücklich mit dir."
"Wirklich? Ich habe dir bestimmt etwas Glück gebracht, aber war ich nicht auch für Schmerz und Leid verantwortlich? War ich es nicht auch, die dich gezwungen hat, dich deiner Neuen immer wieder zu stellen?"
Ich blinzelte ihr entgegen. Sie hatte vollkommen Recht, doch manchmal konnte man nicht so leicht loslassen, wie es von einem verlangt wurde.

"Mit der Neuen bin ich nicht wirklich zufrieden und die andere, die noch kommen wird, ist eine so unsichere Sache."
"Du musst Geduld mit den beiden haben. Sie kennen dich noch nicht so gut wie ich. Aber auch sie werden dir einiges geben können. Ich werde doch immer ein Teil von dir sein", beruhigte sie mich mit sanfter Stimme und wiegte mich in den Schlaf.

Das Letzte, was ich in dieser Nacht wahrnahm war diese zarte Stimme meiner Vergangenheit. Vor der Tür standen bereits meine Neue, die Gegenwart, und die die noch kommen wird, meine Zukunft, und wollten mich mit in ihre Welt nehmen.

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 10. November 2006
Zufriedenheitskurven
Das mit dem Schlafen klappt irgendwie nicht mehr so richtig. In einer Nacht bekomme ich fast gar kein Auge zu, wälze mich von der einen zur anderen Seite und wenn ich dann mal die Augen schließen kann, ist es auch direkt darauf schon wieder vorbei.
In anderen Nächten träume ich solch komisches und anstrengendes Zeug, dass es mich morgens wie einen Irren aus dem Schlaf reißt und ich allein dadurch schon wieder fertig bin.
Und jetzt fängt es an, dass ich abends einschlafe und morgens aufwache und nichts Bemerkbares dazwischen liegt. Ein Gefühl, nie geschlafen zu haben und das zerrt an meiner Kraft wie kein anderer Schlafmodus.

Von den drei Büchern, die ich Mittwoch noch fasziniert in den Händen gehalten hatte, konnte auch nur eines den zweiten, kritischeren Blick standhalten - ein Armutszeugnis.

Und dann gibt es da heute Abend noch den Geburtstag samt Anzugpflicht, der zwar gut werden kann, dessen Begeisterungsfähigkeit aber im Zeitdruck fast komplett zermahlen wird. Keine guten Aussichten.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren

 


Mittwoch, 8. November 2006
Coffee and Books
Es war eine erschreckende Erkenntnis heute Nachmittag. Da stehe ich in der Buchhandlung und stöbere in einigen Büchern, die mich interessieren, während ich merken muss, dass ich seit Beginn des Studiums kaum noch Zeit gefunden habe, das aktuelle Buch auf dem Nachttisch überhaupt anzuschauen, geschweige denn weiterzulesen.
Notiz also an mich selbst: Buch wieder öfter in die Hand nehmen und morgen mindestens eines der drei, die sich mir heute geradezu an die Augen gebunden haben, kaufen.

Eine durchaus nette Erkenntnis hatte ich auch noch, nach dem Bücherstöbern, beim Kaffeetrinken. Die, dass man mit manchen Menschen einfach problemloser klarkommen und sich wohler fühlen kann, als mit anderen, die man zwar auch mag, bei denen es aber nicht so locker flockig funktioniert.

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren

 


Vorhin beim Einkaufen hab ich einen meiner alten Dezernenten von der Staatsanwaltschaft getroffen, eigentlich ein netter Kerl der Amtsanwalt D., wenn auch etwas redselig und zumeist von anstrengender Art.
Er hat mir berichtet, dass es in der Truppe drunter und drüber gehe - Krankheitsmeldungen en masse, Versetzungen eingespielter Angestellter und die Neuaufteilung von Abteilungen. Sprich: Personalmangel und Chaos wie immer.
Ich würde glatt meine zweieinhalb Tage opfern, um dort wieder mitzumischen, doch die rigide Arbeitsplatzvergabe im Öffentlichen Dienst erlaubt so eine flexible Handlungsweise selbst in Notfällen nicht. Tja, Pech gehabt, liebe Leute!

Außerdem vorhin Anruf von K. Das Drehbuch muss in einer Szene gekürzt und am Ende etwas umgeschrieben werden. Es schmerzt immer, wenn man ein bereits geschnürtes Paket wieder aufreißen und neuschnüren muss.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren