Montag, 19. Mai 2008
Im Rausch des Entzugs
Der Tag fing mal ganz mies an. Plötzlich drehte sich die Welt schneller als mein Biorhythmus und schon hatte ich keine Zeit mehr für den zweiten Kaffee. Entsprechend schlaff hing ich im Zug auf der Fahrt zum Studienort, immer wieder den Gedanken um eine heiße schaumige Tasse Cappuccino im Hinterkopf. Dann der Schock! Kaffeeautomat kaputt! Langweiliger Vortrag vom Kommilitonen - sorry, Solidarität geht bei mir nicht ohne Kaffee.

Erfolgreich Englisch erbläuen lassen, um sich stattdessen um Kaffeekonsum zu kümmern. Den Tag trotz des zu haltenden Vortrags bereits abgehakt. Und plötzlich diese Stimme, die mich zur Journalistengruppe mitschleift und dann plötzlich die vielen Stimmen, die keine Verantwortung übernehmen wollen und stattdessen meinen Namen nennen. Der Kaffee hatte sich noch nicht wirkungsbedingt entfaltet, sonst wäre mir wohl früher aufgefallen, dass ich jetzt plötzlich dem Gruppenvorstand angehöre. Wäre ich doch lieber Graue Eminenz, im Hintergrund die Fäden ziehend, aber das kann ich mir als Zweitsemester noch nicht leisten.

Abschluss wie erwartet mit einer soliden Präsentation zum Thema "Medien und Politik". Unerwartet viel Diskussionsbeteiligung bei den abschließenden Thesen. Wenn jetzt noch die Arbeitsschicht keine bösen Spuren hinterlässt, endet der Tag zwar genauso müde, aber deutlich weniger mies als er begann.

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Samstag, 17. Mai 2008
Kasse 9-Tag
Arbeiten gewesen. Firmierte heute unter "freiwillige Mehrarbeit" - bezahlt, aber ungezwungen. Was tut man nicht alles, um ein paar Euro mehr im Monat ausgezahlt zu bekommen und dem Engpass in der Line vorzubeugen. Danach Runde um Runde beim Superdupersupermarkt gedreht, um einen Parkplatz zu finden. Diese riesigen Allesdrindinger sind nichts für mich. Viel zu groß, viel zu viele Menschen, viel zu unmenschlich. Immerhin bekommen, was ich gesucht habe. Zum Dank Warteschlangen länger als meine Geduldsfäden. Ehepaar vor einem mit tausend Einkaufswagen voller unnötiger Dinge und kommissionierend tätig. Meine Wurst, deine Wurst, mein Käse, dein Käse, unser Rotwein, deine Wurst und deinen Käse über dein Konto, der Rest über meines. Oder gibst du mir den Rotwein noch dazu, weil du dieses Mal Kurzzeit arbeitest? Waaaaah!

Danach erneut Runden gedreht, um erneut Parkplatz zu finden. 700 Meter die Straße rauf einen gefunden. Tapferes kleines Auto. Im Regen die Einkäufe nach Hause getragen. Katze hat in den Flur gekotzt. Merci. Dieses Besäufnis, das wir offiziell Teamabend nennen werden kann ich heute Abend wirklich gut gebrauchen.

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Freitag, 16. Mai 2008
Scheinwelten
Gut sitzende Nadelstreifen machen aus Männern noch lange keine solche von Welt. Prekariat bekommt man unter seines gleichen weder durch Boss noch durch Echtlederaktentaschen aus der Stimme, meine Herren in der S4.

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