... in die Zukunft
Freitag, 12. Januar 2007
Suppa-Nanny
Am Freitag, 12. Jan 2007 im Topic 'Political Improvisation'
Dieses Mal wird die Suppa-Nanny zu einem wirklich schwierigen Fall gerufen, der all ihr Können als Erziehungs- und Familienberaterin fordern wird.
Siegmar-Peter Deutschländer und seine Frau Christel Deutschländer-Urban haben im November 2005 geheiratet. Christel hat eine Tochter mit in die Familie gebracht, Charlotte Sophie Urban.
Charlotte ist seit der Ehe ihrer Mutter gegenüber ihrem Stiefvater Siegmar-Peter und auch gegenüber ihrer eigenen Mutter aufmüpfig und streitlustig geworden. Dieser Umstand belastet die junge Familie sehr. Kann die Suppa-Nanny helfen, ein harmonisches und friedfertiges Zusammenleben der Drei aufzubauen?
In den ersten Tagen beobachtet die Suppa-Nanny das Geschehen in der Familie.
Siegmar-Peter und seine Frau Christel haben jeden Tag viel zu tun, beide sind voll berufstätig und in Führungspositionen beschäftigt. Aber der Streit mit Charlotte Sophie beeinträchtigt die Arbeit beider, vieles bleibt liegen und manches wird aus Angst, dass sich Charlotte-Sophie benachteiligt fühlt, erst gar nicht gemacht.
S.P.D.: Das war ja am Anfang nur eine Zweckehe. Christel und ich hatten beide Probleme mit unseren damaligen Partnern. Wir haben uns jeweils vom anderen getrennt und sind aufeinander zugegangen. Wenn wir nicht geheiratet hätten, wären wir wohl beide abgeschoben worden. Abgewählt war ich ja schon so gut wie.
C.D.U.: Mittlerweile haben wir fast schon richtig zueinander gefunden. Aber Charlotte Sophie macht sehr vieles schwerer als es sein müsste. Wir können uns nicht mehr um die wesentlichen Dinge kümmern. Eigentlich sollten wir jetzt im Büro sitzen und den Haushalt sanieren. Wir werden alle länger arbeiten müssen, das haben wir beschlossen, aber wir kommen im Beruf nicht weiter. Unsere Ehe wird durch meine Tochter gefährdet.
S.P.D.: Wir haben Patenschaften für über 82 Millionen Personen übernommen, wissen Sie? Wir müssten uns um deren Gesundheit und Sicherheit kümmern, aber durch Charlotte Sophie kommen wir zu kaum etwas, was wir versprochen haben.
Die Suppa-Nanny sieht die Probleme auf den ersten Blick. Siegmar-Peter und Christel wollen arbeiten und sich um ihre Patenschaften kümmern, aber Charlotte-Sophie geht ständig dazwischen. Die vielen Störungen empfinden nicht nur ihre Eltern als nervenraubend, auch ihre Patenkinder regen sich darüber auf. Charlotte Sophie sieht in ihrem Verhalten keinerlei Defizite.
C.S.U.: I bin… ääähh.. der Christel ihre Toachter! Und als Kind hoab i... also da hoab i ei Recht drauf, bevorzugt behoandelt zu werden. Diese… ähhhmm.. goanze… öhm… Ehescheiß’ mit den Siegmar-Peter wollt i nie. Mama, also Christel, hätt bei… Ferdi… also Ferdinand bleib’n soll’n, dann wär hoalt alles besser g’word’n.
Ferdinand Dietrich Parteey, der damalige Partner von Christel wollte nach der Zweckheirat mit Siegmar-Peter nichts mehr mit ihr zutun haben, nähert sich aber langsam ihr und sogar ihrem neuen Ehemann in Freundschaft an. Siegmar-Peters ehemalige Partnerin, eine in die Jahre gekommene Ökoaktivistin, sieht sich betrogen, hält sich aber aus dem neuen Eheglück weitgehend heraus. Mit Siegmar-Peters ältestem Kind hat er keinen Kontakt mehr, da es ihm "zu links geworden" sei und mit fragwürdigen Personen verbandet ist.
S.P.D.: Mit meinem Ältesten will ich keinen Kontakt mehr. Siggi Erwin hat sich von mir zu weit entfernt. Vielleicht irgendwann.
All das macht die Situation nicht einfacher.
Die Suppa-Nanny beobachtet erschreckende Dinge innerhalb der kleinen Familie, die in einer geräumigen Berliner Wohnung untergekommen ist. Charlotte Sophie akzeptiert die Autorität ihres neuen Vaters Siegmar-Peter in keiner Weise und schreit und pöbelt ihn in allen Lebenssituationen an. Ihre Mutter Christel schaut nur ohnmächtig zu, traut sich anscheinend nicht, ihr Kind in die Schranken zu weisen. Siegmar-Peter erhebt beizeiten das Wort, doch sind seine Argumente und sein Erziehungsstil zu schwach, als dass er etwas bei seiner Stieftochter ausrichten könnte. Fast täglich kommt es zwischen den beiden zu Reibereien, nicht selten auch zu verbalen Fehlgriffen.
Das Tagesgeschäft der Eltern leidet unter dem Erziehungsdefizit. Der Haushalt ist unaufgeräumt, überall befinden sich offene Baustellen und Familie und Umfeld sind unzufrieden mit der allgemeinen Situation. Siegmar-Peter und Christel reagieren gereizt aufeinander.
Suppa-Nanny: Es ist ganz klar, dass es hier sehr viel zu tun geben wird. Charlotte Sophie muss lernen, dass es nicht nur um sie geht und dass ihre Eltern viel Verantwortung tragen. Gleichzeitig müssen Siegmar-Peter und Christel lernen, ihrer Tochter zuzuhören und müssen auf sie eingehen. Christel, was meinst du?
C.D.U.: Es ist schon schwer mit ihr. Ich hab sie ja lieb, aber es ist schwer, wenn sie einem immer im Weg steht, wo man gerade auf einem guten Kurs ist. Siegmar-Peter und ich haben so schon immer Probleme Kompromisse zu schließen, aber mit Charlotte Sophie im Hintergrund ist es noch komplizierter. Sie ist halt ein Kind aus der Provinz.
Suppa-Nanny: Christel, du musst verstehen, dass es für deine Tochter eine schwere Zeit ist. Sie versucht gerade zu sich selbst zu finden und möchte sich ein neues Gesicht geben. Siegmar-Peter als neuen Partner ihrer Mutter zu akzeptieren ist schwer für sie, denn wie ich erfahren habe, haben die beiden sich nicht immer gut verstanden. Siegmar-Peter hat Charlotte Sophie wohl auch manchmal auf die stille Regierungsbank geschickt?!
C.D.U.: Ja, Zank gab es immer wieder. Aber auch Siegmar-Peter und ich waren erst nicht grün miteinander. Aber wir sehen, dass es nur klappt, wenn wir zusammenhalten.
Suppa-Nanny: Genau! Nur gemeinsam seid ihr stark und ihr müsst Charlotte Sophie in eure Arbeit und euer Familienleben integrieren, sonst wird sie sich immer vernachlässigt vorkommen und so überreagieren. Charlotte-Sophie, willst du auf die beiden zugehen und versuchen, dich in diese Große Familie einzuordnen?
C.S.U.: Joa ähhh…, aber nur, wenn i moai… ähhm… Spielzeug immer d’bei hoab’n doarf!
C.D.U.: Aber sicher darfst du dein Bayern mitnehmen, Schatz!
Suppa-Nanny: Und, Siegmar-Peter? Möchtest du auch deinen Teil dazu beitragen, dass Charlotte Sophie sich mit euch arrangieren kann und deine Familie damit retten?
S.P.D.: Sicher will ich! Es steht schließlich soviel zur Wahl! Aber Charlotte Sophie muss lernen, dass wir alle zusammengehören. Und sie soll sich waschen und rasieren! Das ist wichtig, damit sie später eine Ausbildungsstelle kriegt. Ich will doch auch nur ihr Bestes…
Wieder einmal hat es die Suppa-Nanny geschafft und eine Familie auf den rechten Weg zurückgeführt. Siegmar-Peter Deutschländer und Christel Deutschländer-Urban wollen von nun an mehr auf die Tochter Charlotte Sophie Urban eingehen und sie in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen. Die Kleine hat dafür versprochen, auch ihren Teil zum Familienfrieden beizutragen und ihre Identitätskrise im Stillen zu bewältigen.
Endlich können sich die Eltern auf die wirklich wichtigen Dinge des staatlichen Geschäftes konzentrieren und ihrer Arbeit nachgehen. Als erstes wollen sie sich um die Gesundheit ihrer Schützlinge kümmern.
Die Suppa-Nanny wünscht ihnen viel Glück dabei und macht sich auf den Weg nach Österreich, wo sich bereits direkt nach der langen Ehevertragsverhandlung und darauffolgenden Hochzeit alle betrogen vorkommen.
Siegmar-Peter Deutschländer und seine Frau Christel Deutschländer-Urban haben im November 2005 geheiratet. Christel hat eine Tochter mit in die Familie gebracht, Charlotte Sophie Urban.
Charlotte ist seit der Ehe ihrer Mutter gegenüber ihrem Stiefvater Siegmar-Peter und auch gegenüber ihrer eigenen Mutter aufmüpfig und streitlustig geworden. Dieser Umstand belastet die junge Familie sehr. Kann die Suppa-Nanny helfen, ein harmonisches und friedfertiges Zusammenleben der Drei aufzubauen?
In den ersten Tagen beobachtet die Suppa-Nanny das Geschehen in der Familie.
Siegmar-Peter und seine Frau Christel haben jeden Tag viel zu tun, beide sind voll berufstätig und in Führungspositionen beschäftigt. Aber der Streit mit Charlotte Sophie beeinträchtigt die Arbeit beider, vieles bleibt liegen und manches wird aus Angst, dass sich Charlotte-Sophie benachteiligt fühlt, erst gar nicht gemacht.
S.P.D.: Das war ja am Anfang nur eine Zweckehe. Christel und ich hatten beide Probleme mit unseren damaligen Partnern. Wir haben uns jeweils vom anderen getrennt und sind aufeinander zugegangen. Wenn wir nicht geheiratet hätten, wären wir wohl beide abgeschoben worden. Abgewählt war ich ja schon so gut wie.
C.D.U.: Mittlerweile haben wir fast schon richtig zueinander gefunden. Aber Charlotte Sophie macht sehr vieles schwerer als es sein müsste. Wir können uns nicht mehr um die wesentlichen Dinge kümmern. Eigentlich sollten wir jetzt im Büro sitzen und den Haushalt sanieren. Wir werden alle länger arbeiten müssen, das haben wir beschlossen, aber wir kommen im Beruf nicht weiter. Unsere Ehe wird durch meine Tochter gefährdet.
S.P.D.: Wir haben Patenschaften für über 82 Millionen Personen übernommen, wissen Sie? Wir müssten uns um deren Gesundheit und Sicherheit kümmern, aber durch Charlotte Sophie kommen wir zu kaum etwas, was wir versprochen haben.
Die Suppa-Nanny sieht die Probleme auf den ersten Blick. Siegmar-Peter und Christel wollen arbeiten und sich um ihre Patenschaften kümmern, aber Charlotte-Sophie geht ständig dazwischen. Die vielen Störungen empfinden nicht nur ihre Eltern als nervenraubend, auch ihre Patenkinder regen sich darüber auf. Charlotte Sophie sieht in ihrem Verhalten keinerlei Defizite.
C.S.U.: I bin… ääähh.. der Christel ihre Toachter! Und als Kind hoab i... also da hoab i ei Recht drauf, bevorzugt behoandelt zu werden. Diese… ähhhmm.. goanze… öhm… Ehescheiß’ mit den Siegmar-Peter wollt i nie. Mama, also Christel, hätt bei… Ferdi… also Ferdinand bleib’n soll’n, dann wär hoalt alles besser g’word’n.
Ferdinand Dietrich Parteey, der damalige Partner von Christel wollte nach der Zweckheirat mit Siegmar-Peter nichts mehr mit ihr zutun haben, nähert sich aber langsam ihr und sogar ihrem neuen Ehemann in Freundschaft an. Siegmar-Peters ehemalige Partnerin, eine in die Jahre gekommene Ökoaktivistin, sieht sich betrogen, hält sich aber aus dem neuen Eheglück weitgehend heraus. Mit Siegmar-Peters ältestem Kind hat er keinen Kontakt mehr, da es ihm "zu links geworden" sei und mit fragwürdigen Personen verbandet ist.
S.P.D.: Mit meinem Ältesten will ich keinen Kontakt mehr. Siggi Erwin hat sich von mir zu weit entfernt. Vielleicht irgendwann.
All das macht die Situation nicht einfacher.
Die Suppa-Nanny beobachtet erschreckende Dinge innerhalb der kleinen Familie, die in einer geräumigen Berliner Wohnung untergekommen ist. Charlotte Sophie akzeptiert die Autorität ihres neuen Vaters Siegmar-Peter in keiner Weise und schreit und pöbelt ihn in allen Lebenssituationen an. Ihre Mutter Christel schaut nur ohnmächtig zu, traut sich anscheinend nicht, ihr Kind in die Schranken zu weisen. Siegmar-Peter erhebt beizeiten das Wort, doch sind seine Argumente und sein Erziehungsstil zu schwach, als dass er etwas bei seiner Stieftochter ausrichten könnte. Fast täglich kommt es zwischen den beiden zu Reibereien, nicht selten auch zu verbalen Fehlgriffen.
Das Tagesgeschäft der Eltern leidet unter dem Erziehungsdefizit. Der Haushalt ist unaufgeräumt, überall befinden sich offene Baustellen und Familie und Umfeld sind unzufrieden mit der allgemeinen Situation. Siegmar-Peter und Christel reagieren gereizt aufeinander.
Suppa-Nanny: Es ist ganz klar, dass es hier sehr viel zu tun geben wird. Charlotte Sophie muss lernen, dass es nicht nur um sie geht und dass ihre Eltern viel Verantwortung tragen. Gleichzeitig müssen Siegmar-Peter und Christel lernen, ihrer Tochter zuzuhören und müssen auf sie eingehen. Christel, was meinst du?
C.D.U.: Es ist schon schwer mit ihr. Ich hab sie ja lieb, aber es ist schwer, wenn sie einem immer im Weg steht, wo man gerade auf einem guten Kurs ist. Siegmar-Peter und ich haben so schon immer Probleme Kompromisse zu schließen, aber mit Charlotte Sophie im Hintergrund ist es noch komplizierter. Sie ist halt ein Kind aus der Provinz.
Suppa-Nanny: Christel, du musst verstehen, dass es für deine Tochter eine schwere Zeit ist. Sie versucht gerade zu sich selbst zu finden und möchte sich ein neues Gesicht geben. Siegmar-Peter als neuen Partner ihrer Mutter zu akzeptieren ist schwer für sie, denn wie ich erfahren habe, haben die beiden sich nicht immer gut verstanden. Siegmar-Peter hat Charlotte Sophie wohl auch manchmal auf die stille Regierungsbank geschickt?!
C.D.U.: Ja, Zank gab es immer wieder. Aber auch Siegmar-Peter und ich waren erst nicht grün miteinander. Aber wir sehen, dass es nur klappt, wenn wir zusammenhalten.
Suppa-Nanny: Genau! Nur gemeinsam seid ihr stark und ihr müsst Charlotte Sophie in eure Arbeit und euer Familienleben integrieren, sonst wird sie sich immer vernachlässigt vorkommen und so überreagieren. Charlotte-Sophie, willst du auf die beiden zugehen und versuchen, dich in diese Große Familie einzuordnen?
C.S.U.: Joa ähhh…, aber nur, wenn i moai… ähhm… Spielzeug immer d’bei hoab’n doarf!
C.D.U.: Aber sicher darfst du dein Bayern mitnehmen, Schatz!
Suppa-Nanny: Und, Siegmar-Peter? Möchtest du auch deinen Teil dazu beitragen, dass Charlotte Sophie sich mit euch arrangieren kann und deine Familie damit retten?
S.P.D.: Sicher will ich! Es steht schließlich soviel zur Wahl! Aber Charlotte Sophie muss lernen, dass wir alle zusammengehören. Und sie soll sich waschen und rasieren! Das ist wichtig, damit sie später eine Ausbildungsstelle kriegt. Ich will doch auch nur ihr Bestes…
Wieder einmal hat es die Suppa-Nanny geschafft und eine Familie auf den rechten Weg zurückgeführt. Siegmar-Peter Deutschländer und Christel Deutschländer-Urban wollen von nun an mehr auf die Tochter Charlotte Sophie Urban eingehen und sie in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen. Die Kleine hat dafür versprochen, auch ihren Teil zum Familienfrieden beizutragen und ihre Identitätskrise im Stillen zu bewältigen.
Endlich können sich die Eltern auf die wirklich wichtigen Dinge des staatlichen Geschäftes konzentrieren und ihrer Arbeit nachgehen. Als erstes wollen sie sich um die Gesundheit ihrer Schützlinge kümmern.
Die Suppa-Nanny wünscht ihnen viel Glück dabei und macht sich auf den Weg nach Österreich, wo sich bereits direkt nach der langen Ehevertragsverhandlung und darauffolgenden Hochzeit alle betrogen vorkommen.
Permalink (10 Kommentare) Kommentieren
Ganz unter uns
Am Freitag, 12. Jan 2007 im Topic 'Daydreams & Dayfacts'
Muss ich mir Gedanken machen, wenn ich nebenher "Unter Uns" mehr höre als sehe und ich mich lautstark über die dümmlichen Dialoge aufrege?
Und mehr noch: Muss ich mir Gedanken machen, dass ich beim Spülen und Kochen diese Soap überhaupt laufen lasse?
Und mehr noch: Muss ich mir Gedanken machen, dass ich beim Spülen und Kochen diese Soap überhaupt laufen lasse?
Permalink (27 Kommentare) Kommentieren
Donnerstag, 11. Januar 2007
DBS - Dezentral-Bochum-Spezial
Am Donnerstag, 11. Jan 2007
„Du bist keine Weltstadt!
Auf deiner Königsallee
finden keine Modenschauen statt.
Hier wo das Herz noch zählt, nicht
das große Geld!
Wer wohnt schon in Düsseldorf?
Bochum ich komm aus dir!
Bochum ich häng an dir!“
Auf deiner Königsallee
finden keine Modenschauen statt.
Hier wo das Herz noch zählt, nicht
das große Geld!
Wer wohnt schon in Düsseldorf?
Bochum ich komm aus dir!
Bochum ich häng an dir!“
Herbert Grönemeyer – Bochum (mp3, 3,608 KB)
Ich persönlich muss zwei Dinge zugeben: erstens komme ich nicht aus Bochum, sondern aus dem Bochum seiner Nachbarstadt Dortmund und zweitens mag ich Düsseldorf ganz gerne leiden. Aber das nur nebenbei und weil ich in Bochum studiere und einen Fetisch der Frau Dezentral befriedigen muss, gibt es jetzt Bochum – und das so frei, nett und gut es geht.
Bochum hat eine gute Tat vollbracht – das war 1975 –, es hat sich dreist Wattenscheid einverleibt und ist dadurch gewachsen. Bedauerlicherweise halten immer noch Züge in Wattenscheid und zwar keine unbedeutenden S-Bahnen, sondern gestandene Regionalexpresse. Aber hier soll es ja nicht um Wattenscheid gehen, sondern um seinen Eroberer Bochum. Es liegt günstig zwischen den beiden größten Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen, aber wahrscheinlich würde die Stadt mit seinen rund 380.000 Einwohnern auch alleine gut klarkommen. So profitiert Bochum zusätzlich noch vom Transitverkehr auf der A40, die durch die Stadt führt – wenn auch nicht so imposant wie durch Essen.
Bekannt ist Bochum nicht nur wegen seines berühmten Sohnes Herbert Grönemeyer, der sogar einen seiner populärsten Songs auf den Leib seiner Heimatstadt schrieb, sondern auch weil mit der Ruhr Universität Bochum dort die erste Hochschule im Ruhrgebiet gegründet wurde. Seit 1965 hat sich am Asbest-Atombunker-Nachkriegscharme der Universität nicht viel geändert, zur Zeit lassen sich dort etwa 33.000 Studenten aus aller Welt verseuchen… ähm… belehren. Bekannt ist auch der Fußballverein Vfl Bochum, wenn auch eher aus der zweiten Liga oder, wenn mal in der ersten Liga, vom Tabellenende.
Kultur hielt 1988 in Bochum an oder besser gesagt, fuhr die Kultur in diesem Jahr rasant los, nämlich auf Rollschuhen. Das Musical Starlight Express begeistert noch heute unzählige Besucher und ist das längst gespielte Stück in Deutschland und wenn mich meine Informationen nicht in Stich lassen auch über Deutschlands Grenzen hinaus.
Stets gut besucht und zuletzt die Ein-Millionen-Besucher-Marke geknackt hat das Musikfestival BochumTotal. Jedes Jahr ein kulturelles Ereignis der Extraklasse, denn zumeist lassen sich junge, gute Bands verpflichten. Die Innenstadt wird gesperrt für den Autoverkehr, der es auch schwer hätte, schließlich tummeln sich unzählige Menschen auf dem Hauptstraßenring, Bühnen sind aufgebaut, Fressbuden säumen die Bordsteine und ganz Bochum wird zu einer einzigen Party.
Und natürlich das Naschwerk! Wer kennt sie nicht, die ganzen Bochumer Köstlichkeiten: Die Bochumer Printen zum Beispiel. Ach nee, die kamen ja woanders her. Aber der Bochumer Stollen! Hmmm, nein, der wird auch in einer anderen Gegend gebacken, stimmt ja. Immerhin gibt es in Bochum die Currywurst, da schwört jeder drauf – zumindest die, die es noch nicht bis in die andere Stadt mit B geschafft haben. Sie wissen schon, diese unbedeutende Stadt im Osten, die mit ohne Geld und so, wo man arm und sexy zugleich ist.
Wenn man in Bochum auf der Straße Leute trifft, die auch das Prädikat „Arm“ verdient haben, dann sind die meistens nicht sexy. Leider. Nein, in Bochum ist das wahre, arme Volk zuhause. Auch Armselige sind darunter. Aber auch richtig nette Kracher. Toto und Harry, zum Beispiel. Die beiden Bochumer Polizeibeamten, die in der gleichnamigen Serie auf einem der großen Privatsender aufgefallen sind. An Wochenenden scheint es, als würde ein Großteil Bochums versuchen, sehr viel zu trinken und herumzupöbeln, nur damit Toto und Harry kommen und sie zurechtweisen. Jeder, der schon einmal den beiden gegenüberstand, weiß, dass es eine große Ehre ist. Besser ist es eigentlich nur, wenn man sie nicht trifft.
Jung ist Bochum, auch mit stolzen 686 Frühlingen auf dem Buckel! Zumindest aus den Augen eines Studenten, denn welcher Ableger dieser Sorte würde es nicht klasse finden, in der Innenstadt einen wahren Pool an Kneipen, Bars, Cafés und Discos vorzufinden. Das Bermuda3Eck ist ein Sammelbecken für Feierfreudige und hat somit die höchste Kneipendichte im Pott. Mit anderen Worten kann man tendenziell hier die meisten kotzenden Jungen Erwachsenen in NRW beobachten. Das mag am städtischen Fiege Pils liegen, möchte man meinen, denn Fiege ist nicht gerade das beste Bier wo gibt. Meine bescheidene Meinung. Also, Frau Dezentral, wenn Sie hier mal einer Stadtführung auftauchen, dann machen wir um Fiege bitte einen großen Bogen, ja? Übrigens gibt es hier auch leichte Mädchen, aber das hat erstens mit Ihnen nichts zutun, sondern fiel mir nur so ein und ist zweitens auch eher unwichtig. Vielleicht später noch, wer weiß.
Zu den Sternen reisen kann man im städtischen Planetarium. Sich unter Tage fühlen ist im Bergbau Museum möglich. Wen es ans Wasser treibt, hat am Kemnader See, einen der mittlerweile sechs Ruhrstauseen, die besten Möglichkeiten. Und auf dem Boden der Tatsachen bleibt man am besten bei einem Spiel des Vfl…
Das alles und noch viel mehr ist Bochum. Keine Stadt von Welt, aber auch kein trostloser Fleck auf Erden. Kein Ort, der eine bekannte Altstadt oder Weltkulturerben zu bieten hat, aber auch kein Platz, uninteressanter Art. Ur-Bochumer reden von ihrer Stadt wie von einer schillernden Metropole - irgendwas muss diese Stadt also richtig gemacht haben. Fiege war es eindeutig nicht...
Permalink (11 Kommentare) Kommentieren
Dienstag, 9. Januar 2007
Nomen est omen?
Am Dienstag, 9. Jan 2007 im Topic 'Observation der Woche'
Der Kreis Mettmann bei Düsseldorf ist derzeit in der Diskussion einer Namensänderung. Angelehnt an die Fundstelle des Steinzeitskelettes Homo neanderthalensis wird überlegt, den Kreis in Neandertal-Kreis Mettmann umzubenennen.
In meinen Ohren klingt so ein Name verdächtig nach "Asihausen", "Blöddorf" oder "Berlin-Neukölln".
In meinen Ohren klingt so ein Name verdächtig nach "Asihausen", "Blöddorf" oder "Berlin-Neukölln".
Permalink (15 Kommentare) Kommentieren
Check!
Am Dienstag, 9. Jan 2007 im Topic 'Wenigkeit...'
Gestern Abend durfte ich mich wundern. Über meine eigenen Gewohnheiten. Und heute Morgen auch schon wieder. Es gab mal eine Zeit, da bin ich morgens aufgestanden und abends ins Bett gegangen, ohne ein letztes Mal ins Internet zu schauen. Ohne meine Emails zu prüfen. Und ohne mir darüber kurz Gedanken zu machen, ob in meinem Weblog auch alles so ist, dass ich damit zufrieden bin.
Ansehnlicher Header? Check! In meinen Augen Wichtiges auf verständliche, vernünftige und beachtenswerte Weise der Öffentlichkeit mitgeteilt? Check! Kommentare beantwortet und in anderen interessante(ere)n Blogs geschrieben? Check!
Vor gar nicht allzu langer Zeit war ich noch gänzlich ohne ein Blog ausgekommen. Als Kind habe ich nie Tagebuch geschrieben und als ich es einmal probiert habe, fand ich es langweilig. Ich fand persönlichen Kontakt zu Menschen schon immer schöner als den schriftlichen. Ich gebe eigentlich gar nicht gerne soviel von mir preis.
Und doch bin ich hier - und zufrieden. Schreibe regelmäßig mittelmäßige Beiträge, ziehe in Diskussionen in den Kommentaren "Aggressionen" auf mich und ließ mich sogar irgendwann als "zurückgeblieben" und "etwas dümmlich" bezeichnen.
Reagiert habe ich mit einem bittersüßen Post hier.
Blogschreiben ist zu einer Art Therapie und Passion geworden. Zu einer Ausdrucksmöglichkeit, die mir im journalistischen oder belletristischen Sinne verwehrt bleibt. Es verleitet dazu, dass ich mir Gedanken mache. Was wird im nächsten "GDS" stehen? Wie formuliere ich am besten das "Bochumer Manifest" für Frau Dezentral? Und weshalb zum Teufel fühle ich mich hier so gut aufgehoben?
Ansehnlicher Header? Check! In meinen Augen Wichtiges auf verständliche, vernünftige und beachtenswerte Weise der Öffentlichkeit mitgeteilt? Check! Kommentare beantwortet und in anderen interessante(ere)n Blogs geschrieben? Check!
Vor gar nicht allzu langer Zeit war ich noch gänzlich ohne ein Blog ausgekommen. Als Kind habe ich nie Tagebuch geschrieben und als ich es einmal probiert habe, fand ich es langweilig. Ich fand persönlichen Kontakt zu Menschen schon immer schöner als den schriftlichen. Ich gebe eigentlich gar nicht gerne soviel von mir preis.
Und doch bin ich hier - und zufrieden. Schreibe regelmäßig mittelmäßige Beiträge, ziehe in Diskussionen in den Kommentaren "Aggressionen" auf mich und ließ mich sogar irgendwann als "zurückgeblieben" und "etwas dümmlich" bezeichnen.
Reagiert habe ich mit einem bittersüßen Post hier.
Blogschreiben ist zu einer Art Therapie und Passion geworden. Zu einer Ausdrucksmöglichkeit, die mir im journalistischen oder belletristischen Sinne verwehrt bleibt. Es verleitet dazu, dass ich mir Gedanken mache. Was wird im nächsten "GDS" stehen? Wie formuliere ich am besten das "Bochumer Manifest" für Frau Dezentral? Und weshalb zum Teufel fühle ich mich hier so gut aufgehoben?
Permalink (17 Kommentare) Kommentieren



