Dienstag, 6. Februar 2007
Hosen runter
Kurios soll es heute werden, und das gleich sechs Mal. Frau Giselle möchte gerne, dass ich erbarmungslos ehrlich bin und da ich sie mit Massagen nur verjage und noch kein passendes Rezept herausgesucht habe, beglücke ich sie halt erst einmal damit.
Außerdem muss ich Frau Novemberregen helfen weiterhin jung zu bleiben und Sternchen zeigen, dass ich mehr als nur eine Schokoladenfabrik im Ärmel habe.
Nyxonium curiosum:

Als Jugendlicher bin ich nachts mit einem schwarzen Leinentuch als Cape und einer Maske durch die Gegend gelaufen, des Nervenkitzels wegen.

Ich brauche morgens länger im Bad als alle meine bisherigen Beziehungspartnerinnen.

Das Abwägen von Für und Wider findet meist in Form eines Selbstgespräches statt, wenn ich alleine bin.

Wenn in Filmen das Böse siegt oder zumindest nicht komplett untergeht, freue ich mich meist mehr als wenn das Gute siegt.

Mein Empfinden für Familie ist nicht so stark ausgeprägt wie mein Empfinden für Freundschaft.

Ich verliebe mich grundsätzlich in Frauen, die entweder vergeben sind oder eine psychologische Baustelle sind.

Wenn sie nicht zu geschockt sind, sind jetzt Herr Referral, weil der schon hat, Frau Sanddorn, Frau Ilse.Bilse und Herr Schnitzel an der Reihe mit dem Entblößen.

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Sonntag, 4. Februar 2007
Habe fertig!
Heute total, denn der Schädel droht auch nach acht Stunden Erholung vom gestrigen Abend weiterhin zu platzen. Ich rufe mir noch einmal ins Gedächtnis, was acht Heineken, zwei Pils und zwei Caipirinhas in sieben Stunden Freudetrinken anstellen können. Ich würde mich gerne noch einmal darüber aufregen, wie laut diese Vögel bereits um sechs Uhr morgens waren, aber das macht nur Aua im Kopf, also lasse ich es.

Den Schmerz nehme ich in Kauf, denn es war auch gehörig nötig, das Trinken, schließlich kann ich lauthals verkünden: Ich habe fertig! Zwei Wochen mit einem Tagesablauf, der nur die Komponenten Essen, Lernen, Ablenken und wieder ins Bett gehen beinhaltete, sind endlich vorbei.

Also habe ich es krachen lassen! Nicht so schlimm, wie man es hätte tun können, was hier - in der neuen Rubrik ...wie ein Profi - nachzulesen ist , aber eben auch nicht von schlechten Eltern. Nicht von schlechten Eltern waren auch die beiden sympathischen und attraktiven Zahnmedizinstudentinnen, die wir im Laufe des Abends kennen gelernt haben und bei denen es ein Verbrechen wäre, sie nicht noch einmal wiedersehen zu wollen. Außerdem würde ich für den bayerischen Akzent einer der beiden geradewegs sterben... Es war also ein vergnüglicher, feuchtfröhlicher Abend, der das Ende meiner ersten Klausurphase zum Thema hatte. Jetzt gilt es, sich eine - hoffentlich entlohnte - Beschäftigung für die vorlesungsfreie Zeit und die Semesterferien zu suchen.

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Einen draufmachen …wie ein Profi
Sie kennen das. Man ist gut drauf, weil man gerade mit Hingabe und Erfolg das Finanzamt beschissen hat, da kommt einen der Gedanke, das gewonnene Geld gut zu investieren. Die Werbung rät zu Aktienfonds, doch Sie wissen es natürlich besser. Nirgendwo gibt es mehr Prozente als bei der Anlage in Alkohol. Sie schnappen sich also eine Handvoll Freunde und einige andere, die Sie einfach gerne unter den Tisch saufen wollen und ziehen los, um sich mal ordentlich einen hinter die Binde zu kippen.

In einem Rudel fallen Sie in die Lokalität Ihres Vertrauens ein und machen mit Ihrem Charme eine Runde bei der Kellnerin klar. Ihre Freunde sind enttäuscht, als sie erfahren, dass es sich doch nur um Bier und Schnaps handelt, doch Sie versprechen natürlich, dass Sie Ihren Glückstag nutzen werden, um noch mehr herauszuschlagen. Die erste Runde wird an Ihren Tisch gebracht und während Ihre Hand anerkennend zum Hintern der Bedienung gleitet, um ihre herausragende Serviceleistung zu honorieren, landet das erste Bier in Ihrem Schoß.

Durch die freundlichen Worte des Geschäftsführers, der Ihnen klarmacht, dass Sie sich „gehörig eine Faust in die Fresse einfangen“, wenn Sie nicht aufhören, „Ihre Drecksgriffel vom Arsch“ der Angestellten zu nehmen und „sofort das Lokal verlassen sollten, um nicht bluten zu müssen“, werden Sie und Ihre Truppe an die Luft gesetzt. Einer Ihrer Kollegen nennt Sie einen abgebrochenen Wichser, was Sie dazu bewegt, ihn aus der Feierrunde zu entlassen und jetzt noch mehr trinken zu müssen, um die Schmach vergessen zu machen.

Wie es sich für einen Mann Ihres Standes gehört, setzen Sie sich nun direkt an die Quelle des guten Stoffes und nehmen an der Theke einer anderen Lokalität Platz. Dort vernichten Sie das gefährliche Bier, das ansonsten unschuldige alkoholabstinente Jugendliche verführen und sie zu Ihresgleichen machen könnte. Da Sie die soziale Ader und den Konkurrenzschiss an sich entdecken, retten Sie die Jugendliche durch die Einnahme unzähliger Biere und Schnäpse. Lauthals motivieren Sie auch den Rest Ihrer Gruppe bei dieser Sozialaktion mitzumischen.

Drei Stunden später sind Sie voll wie eine Haubitze und grölen erst „Born in the USA“ wie in Ihren besten Tagen auf den Betriebsfeiern und versuchen sich dann an der musikalischen Untermalung der Post-WM-Stimmung mit einer Eigenkomposition. Doch erst als der Barmann Ihnen eine weitere Runde mit dem Hinweis verweigert, dass die dritte Strophe der Nationalhymne kein Anflug von Patriotismus, sondern einfach nur blöder Scheiß ist, fühlen sich in Ihren Grundrechten verletzt und zahlen, um sich auf den Weg nach Hause zu machen.

Nachdem Sie die Rechnung bezahlt haben, dessen Betrag Sie nach der achten Runde vollkommen aus den Augen verloren haben, torkeln Sie hinaus auf die Straße und feiern sich selber. Die Bekanntmachung „der Stecher der Nation“ zu sein, bringt Ihnen einige mitleidige Blicke der weiblichen Angesprochenen und ebenso viele Ratschläge sich zu verpissen durch deren männliche Begleiter ein. Laut singend tanzen Sie am Bordstein und rufen den vorbeifahrenden Autos hinterher, dass sie scheiße laut wären.

Selbstredend wird man auf den „Stecher aller Stecher mit dem größten Ding von allen“ sofort aufmerksam und schon haben Sie zwei neue Freunde in Uniform dazu gewonnen, die freundlich zu sich einladen, um Ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten. Sie wundern sich noch, dass sie dieses kameradschaftliche Angebot im Zusammenhang mit einer Ausnüchterung erwähnen, doch wähnen sich in Sicherheit. Selbst leicht stolpernd, werden Sie an den Wagen mit der grünsilbernen Lackierung geleitet, wo Sie sich beim Einsteigen den Kopf am Dach stoßen.

Selig verfallen Sie daraufhin in einen tiefen, sich immerzu drehenden Schlaf. Mit halboffenen Augen sehen Sie die Lichter an Ihnen vorbeiziehen und aus Freude auf Ihren gelungenen Draufmachabend lassen Sie sich ein letztes Mal so richtig gehen. Nichts ahnend, dass Sie am nächsten Tag die Reinigung der Wagenrückbank zu übernehmen haben müssen. Aber das kann Ihnen jetzt auch völlig egal sein.

Denn Glückwunsch! Sie haben einen draufgemacht …wie ein Profi!

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Mittwoch, 31. Januar 2007
Post Mortem
Wenn das Leben in aller Form
Die Gestalt der Trauer annimmt,
Der Himmel düster ist
Und des Herzen Leiden groß.

Wenn man selbst sich schwer tut,
Das Neue zu begreifen
Und die Zeit unendlich scheint,
Weil das Leben bricht.

Wenn man mit eignen Augen
Den Tod betrachtet,
Der sich einen deiner nimmt
Und ihn wortlos zu sich holt.

Erst dann spürt man Stärke,
Dessen Größe die der Trauer
Und des Leides überragt
Und Leben gibt, wo Tode ist.

Erst dann beginnt es.

Das Begreifen.


Herr Nyxon am Abend des 31.01.2004

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