Samstag, 15. März 2008
Der widerspenstigen Zähmung
Bei Shakespeare endet alles damit, dass sich die Frau unterordnet und ihrem Mann die Herman macht. In der heutigen Zeit ist das eher unwahrscheinlich geworden und auch nicht mehr angemessen. Dass sich allerdings auch meine vier Wohnzimmerwände als so behandlungsresistent erweisen würden, war mir nicht klar. Statt wie von mir gewünscht, hermanisch den alten Zeiten zu entsagen und sich von mir entkleiden zu lassen, krallten sich Wand und Alttapete regelrecht aneinander, da konnte ich an manchen Stellen noch soviel Lauge aufsprühen, da tat sich ohne rohe Gewalt gar nichts.

Mittlerweile sind sie gezähmt, geschmirgelt, gespachelt und grundiert, meine Renovierungsarbeiten gehen in Phase 2. Diese ist ein Klacks im Gegensatz zu den ganzen Vorarbeiten. Der weiße Grundanstrich (macht sich direkt auf Altbauputz recht gut, finde ich) ist aufgetragen und gibt dem Wohnzimmer direkt eine andere Atmosphäre. Morgen beginne ich mit den Farbspielen, in der weisen Hoffnung, dass sich diese nicht wie früher im Wasserfarbkasten mit wilden Ergebnissen verabschieden. Reichlich Geld, das ich eigentlich nicht habe, wird der Baumarkt kreditkartentechnisch von mir erhalten, da wäre es schade, wenn das in die Hose ginge

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Mittwoch, 12. März 2008
Wer kann da schon Nein sagen?

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Dienstag, 11. März 2008
LKW-Weisheit
Gerade einen LKW mit Firmenlogo "Unipack - Alles paletti!" auf der Straße gesehen. Sofort ans Studium gedacht. Der LKW hat schon irgendwie recht.

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Anonymisierte Arbeitswelten
Wäre ich eine Frau, ich hätte den größten und gefährlichsten Fehler aller Zeiten begangen. Naiv und unwissend wäre ich gewesen. Am nächsten Tag vielleicht sogar einen Fünfzehnzeiler im Lokalteil wert. Nachts, an einer einsamen Straße entlanglaufend, bin ich gestern in ein Auto eingestiegen, das einige Meter vor mir gönnerhaft gehalten hatte. Die Beifahrertür schwang auf, ein Mann freundlich lächelnd herübergelehnt: "Herr Nyxon, soll ich dich mitnehmen?" Ich, nur eine Sekunde abwägend, ob ich den Marsch zur S-Bahnhaltestelle in der Kälte fortsetze oder in das vom Ärztesong "Licht am Ende des Sarges" beschallte Auto einsteige. Wer Ärzte hört, kann kein böser Mensch sein.

Ich stieg. Und schaute. Der Fahrer kannte meinen Namen, musste also von meiner Arbeitsstelle kommen. Aber mir bekannt? Still musste ich das verneinen. Er erzählte, er habe von M. (Teamleiterin, aber nicht meine) gehört, ich habe ein Buch geschrieben, das würde ihn interessieren. Ich erzählte, werbend und erklärend, im Hinterkopf Gesichter mit Namen abgleichend. Aber nichts geschah. Keine Offenbarung. Kein "Hach, ich sitze beim XY im Auto!" So fuhr der mir Namenlose selbstlos zum Haltepunkt und bot mir an, mich auch heue Abend wieder mitnehmen zu wollen bei Bedarf. "Ich schreib dir ne Mail, dann können wir das abklären." Mach, guter Mann! Dann weiß ich wenigstens, wer mein Chauffeur sein wird.

EDIT am Tag danach: Gerade Post erhalten. Namen nie gehört. Werde trotzdem später nach Hause gefahren. Mein Name öffnet Türen.

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