Mittwoch, 25. Juli 2007
Verlust eines ganz Großen
Ulrich Mühe. Einer der ganz Großen im deutschen Fernsehen. Einer der wenigen wahren Charakterdarsteller. Einer, der bewegen konnte, egal in welcher Rolle er sich befand. Herr Mühe, ich verneige mich vor Ihnen.

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Mittwoch, 25. Juli 2007
Summer of Love
Es war der Sommer, in dem ich feststellte, dass ich Mädchen nicht nur bääähh, sondern auch gut finden kann. Eigentlich ist es deshalb der schlimmste Sommer überhaupt, denn mit ihm fingen die Probleme an. Plötzlich musste man nicht nur cool sein, um bei den Jungs nicht doof dazustehen, sondern auch noch, um bei den Mädels nicht komplett durchzufallen. Es war der Sommer, ab dem alles komplizierter wurde. Nur an das Jahr kann ich mich nicht mehr genau erinnern. '96 oder '97.

Mit einer Jugendgruppe ging es an die Weser, genauer gesagt nach Nordenham. Die örtliche Jugendherberge, die für einen Pimpf wie ich es damals war, nahezu königlich ausgestattet war, lag direkt am Weserufer, der Blick aus dem Viererzimmer ging auf die graue Brühe, denn sauber war damals noch nicht so EU-richtlinig wie heutzutage. Ich weiß noch, dass ich nicht nur einen der Zimmergenossen mit seinen dreckigen Unterhosen mit der Zeit nervig fand (nicht nur die Gewässer hatten andere Reinheitsstandards), sondern auch die Schiffe, die einen früh morgens aus dem Schlaf tuteten. Lang schlafen war eh nicht, denn Jugengruppentage begannen pünktlich um sieben durch das Wecken der pädagogischen Begleiter. Und wenn man da an den falschen geriet, konnte ein "Noch fünf Minuten" schnell zur Kitzelattacke oder Wasser im Gesicht führen.
Mehr Glück mit den Pädagogen konnte man allerdings gar nicht haben. Es geistert nur noch der Name Michael in meinem Kopf herum, der langhaarige, gitarrenbegabte und vorbildträchtige Kerl, der mich im Nachhinein etwas an Tobias Regner erinnert. Dann gab es noch einen, der wie Bill Gates aussah, aber viel cooler war. Dann noch die blonde Schönheit, von der man sich natürlich gerne ins Bett bringen ließ, auch wenn man schon zu alt dafür und noch zu jung für sie war. Beide bleiben namenlos, so toll waren sie also doch nicht.

In den zwei Wochen, in denen wir in Nordenham waren, habe ich mich in drei verschiedene Mädchen verliebt. Ich schlüpfte in vier verschiedene Rollen - einmal der Talkmaster in einer fingierten Wetten Dass?!-Show, dann der Teamleiter des Hattu-Häschen-Teams (die dazu gehörige Bettwäsche habe ich immer noch) und nicht zu vergessen ein unglaublicher Burner im Schlickschlittenrennen. Meine liebste Rolle aber war die des allseits anerkannten Jungen, eine Paraderolle, die ich lange Jahre nicht bekommen hatte, ständig war jemand anders gecastet worden. In diesem Sommer nicht.
Der Sommer der Verliebtheit und der Rollenvergabe. Der Sommer, der alles komplizierter machte. Der Sommer, der zeigte, dass man seine Unterhosen keinfalls länger als drei Tage am Stück tragen kann.

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Sonntag, 22. Juli 2007
Was soll man davon halten?!
Nach dem Update des Virenscanners die Meldung bekommen, dass ein Add-On des Fuchses als Trojaner enttarnt wurde!
Bye bye, IE-Tab und ihr anderen kleinen Helferlein!

[EDIT] Letztlich nach intensiver Prüfung ist nur der IE-Tab betroffen. Schade, fand ich beizeiten auch ganz nützlich.

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Aus besonderem Anlass:
Demanded by and dedicated to: Cosmomente

Cosmo hat uns auf unbestimmte Zeit verlassen, um neue Wege zu gehen. Ganz fort wird sie natürlich nicht sein, denn ganz fort kann man hier nie sein.
Mir hat sie zehn Stichwörter und einen Genrewunsch mit auf den Weg gegeben.



Fremde Federn

Ein kalter Wintermorgen in Schloss McBarathney, Lady McBarathney auf einem Sofa liegend. Es klopft an der Tür.

Lady McBarathney:
Herein!

Auftritt Diener Jeffrey. Er trägt ein Tablett mit Apfelkuchen, welches er auf den kleinen Beistelltisch neben dem Sofa der McBarathney abstellt. Er holt ein Tuch aus der Fracktasche hervor und beginnt den Spiegel an der Wand zu putzen.

Lady McBarathney:
Jeffrey! Sind die Gäste bereits eingetroffen?

Jeffrey: Sehr wohl, my Lady.

Lady McBarathney, sich ein Stückchen Apfelkuchen auf die Gabel hievend: Oh, wie ich das hasse, wenn diese Heuchler durch meinen schönen Schlossgarten wandern und ihn mit ihren trampelnden Füßen niederstampfen, als wären sie die Franzosen! Keinerlei Grazie, keinerlei Stolz, nur lästiger Proporz.

Jeffrey, den Spiegel intensiv putzend: My Lady, wenn ich es mir erlauben darf. Die Gäste scheinen ungehalten zu sein, aufgrund der Verzögerungen, die durch Ihre großzügige Teezeit entstehen. Die Gäste scheinen mir an Meuchelmord zu denken. Ich habe Lord Olmort gesehen, wie er mit seinen schweren Winterstiefeln den Hunden hinterhergeworfen hat, um Aufmerksamkeit zu erringen.

Lady McBarathney: Der Lord tönt zu mancher Zeit so laut und ungestüm als sei er selbst ein Hund. Sie fasst sich mit dem Handrücken an die Stirn. Jeffrey, ich fühle mich nicht gut. Ich neige dazu, die Gäste nach Hause zu schicken. Sie nimmt einen weiteren Bissen Kuchen.

Jeffrey, sich nun zu ihr umdrehend: Mit Verlaub My Lady, die Gäste sind allein wegen Ihnen und Ihrer Vermählung mit dem Lord gekommen. Es würde sie vor den Kopf stoßen, würden Sie nicht wie erwartet vor den Altar mit ihm treten. Er zeigt an die Wand. Der Lord hat extra einen Bilderrahmen für sich und Euch fertigen lassen, der Euch in Eurer ganzen Pracht zeigen soll.

Lady McBarathney steht auf und geht zum Spiegel hinüber. Sie wirft einen kritischen Blick auf ihren Diener: Jeffrey, ich habe eine grandiose Idee. Sie zeugt von meiner ganzen Intelligenz und Einfallsreichtum, sie glänzt in der schwarzen Nacht wie eine strahlende Sonne auf der Wasseroberfläche, sie ist die voluminöse Lösung für all meine Probleme. Sie tritt hinter den Diener und fährt mit den Fingerspitzen seine Hüften ab: Welchen Taillenumfang magst du haben, Jeffrey?


Im Schlossgarten. Die Gäste sitzen geduldig auf den Stühlen unter dem Pavillon. Lord Olmort schaut ungeduldig auf die Uhr.

Lord Olmort:
Wo bleibt sie nur? Die Gäste warten seit Stunden, wie auch ich. Ungeduld macht sich breit und die Blaskapelle spielt jedes Lied bereits ein zweites Mal. Es wird eine Blamage für uns alle, wenn nicht bald die Zeremonie beginnt. Aber, was höre ich? Ist das nicht die alles wiedergutmachende Klingel?

Es tritt eine Person in einem mit Spitzen versehenen Tupfenkleid auf die Terasse, das Gesicht durch einen großen und tiefgezogenen Hut verdeckt, bleibt dort kurz stehen und schreitet dann die Treppe hinab. Die Blaskapelle verstummt, stattdessen erklingt eine leise Musik aus einem Grammophon.

Lord Olmort, gänzlich begeistert:
Da ist sie, meine Schöne, meine Baldige! Oh, wie wird mir das Herz warm bei diesem Anblick. Die straffen Schenkel, das schmale Taillchen und dieser grazile Gang. Sie wird die Einzige für mich sein, in ihr werde ich meine Liebe versenken, damit sie keiner stehlen kann. Selbst in einer Spieljungenzeitschrift wird es nie eine schönere Frau geben als sie es ist. Er reicht der Person seine Hand und führt sie zum Altar. Kommt, meine Liebste, lasst uns heiraten!

Jeffrey, mit verstellter, hoher Stimme: Oh, mein Lord, ich werde Euch eine Frau wie keine andere sein, das verspreche ich Euch.

Vorhang.

Cosmo, we'll miss you!

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Sturm
Wenn ich so auf die Uhr schaue, dann ist Schlafenszeit. Wenn ich so auf mein Bett schaue, dann ist es leer, denn ich sitze immer noch hier und tippe wild in die Tasten, obwohl ich hundemüde bin. Hundemüde aber nicht schläfrig. Die Katzendiva tollt auch noch umher als sei es zwei Uhr nachmittags und nicht zwei Uhr in der Nacht. Meine Augen verengen sich zu Schlitzen, aber gänzlich schließen und entschlummern kann ich nicht. Stattdessen steht vor mir ein Glas Tequila, die Musik dröhnt der Nachbarn zur Liebe nur gedämpft aus den Boxen.
Und im Kopf Hirnstürme.

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