Samstag, 28. April 2007
In dubio solaris
Es ist ein Sinnbild für die nagende Unzufriedenheit, dieses hell erleuchtete Fenster mit seinen Silhouetten hinter den Vorhängen. Ein Symbol für all das, was ich zu erreichen versucht und nicht erreicht habe. Viele Dinge reihen sich wie eine Perlenkette. Das Fenster und das was dahinter liegt, verhöhnen mich und in mir zischt der kleine Teufel ein böses Lied. Schleichend hat es sich in den letzten Wochen angekündigt, dieses Gefühl der Rastlosigkeit.

Zweifel, ob ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe, in den letzten Monaten, und auch der Gedanke daran, es zu ändern, machen es sich immer bequemer. Breiten ihre Badetücher auf meiner Seele aus und beginnen sich in der glühenden Sonne meiner Verunsicherung zu sonnen bis sie braun gebrannt losstürzen und mich überrennen. Es staut sich auf und irgendwann wird es hinausbrechen. Dann kommt die Zeit der Kurzschlussreaktionen und irgendwann danach das böse Erwachen.

Also die Zeit nutzen, solange die Zweifel noch relaxen und über alles nachdenken, in Ruhe und konzentriert. Für und Wider abwägen, sehen, was ich habe und nicht auf den ersten Blick sehe. Erkennen, was in der jetzigen Situation machbar ist. Und bloß nicht den Kopf verlieren und den Zweifeln dadurch Sonnencreme reichen.

Ich kann kein Latein, also bitte keine Kritik an der Überschrift :)

Permalink (10 Kommentare)   Kommentieren

 


Donnerstag, 26. April 2007
Falls Sie zwischen Grillabenden, Schwimmübungen im Badesee und romantischen Spaziergängen in milden Frühsommernächten noch Zeit finden sollten.

Ihre Meinung ist mal wieder gefragt.

Ist diesmal auch nicht wirklich schwer.

Permalink (1 Kommentar)   Kommentieren

 


Die Seelenfänger - Teil 9
Teil 1 - Anlaufschwierigkeiten
Teil 2 - Der erste Kontakt
Teil 3 - Die Marketingmaschinerie
Teil 4 - Wahrheit halb und halb
Teil 5 - Tiefendurchsuchung
Teil 6 - Männlein, teste dich!
Teil 7 - Das Helfersyndrom
Teil 8 - Kläranlage Mensch



Teil 9 – Laienseelsorge

Ein Auditing für Anfänger läuft so ab, dass man sich mit einem weiteren Anfänger zusammensetzt und gemeinsam die Fähigkeit die Dianetik anzuwenden, erlernt. Wenn beide soweit sind, wird drauflos geaudigt, denn beide sind nun fähige Personen, den jeweils anderen von seinen Problemen zu befreien. „Statt einer professionellen Hilfe bekommt man also einen anderen Laien vorgesetzt, der vom Wissensstand kaum weiter ist als man selbst“, erkläre ich mir dieses Vorgehen leicht skeptisch selbst.

„Nein, so kann man das nicht sagen. Es stimmt, dein Sitzungspartner ist ebenfalls ein Anfänger, aber ihr werdet ja gemeinsam angelernt und keiner wird ein Auditing durchführen, solange der ausgebildete Seminarleiter nicht erklärt, dass man selber soweit ist. Der feste Partner dient zur Vertrauensbasis, die aufgebaut werden muss, schließlich muss man sich dem anderen komplett und ohne Kompromisse öffnen.“ Komplett und ohne Kompromisse öffnen, das klingt für mich äußerst gefährlich und vermittelt mir einen ersten Eindruck, dass es sich bei der Organisation wirklich um sektenhafte Strukturen handelt.

Ich spreche das Geld an und möchte wissen, ob das Laien-Auditing, wie ich es nenne, denn umsonst sei, da ja schließlich keine professionelle Seelsorge betrieben würde. Ein Gespräch mit einer Person, der ich vertrauen und mich öffnen muss, stelle ich mir nämlich mit einem guten Freund bei einem Bier sehr viel gemütlicher und hilfreicher vor, aber das sage ich natürlich nicht.

Das Anfangsseminar zum Erlernen der Auditingtechnik würde mich 15 Euro kosten, plus Arbeitsmaterial und ein Buch über Dianetik. Insgesamt käme man auf knapp 50 Euro, „für die man aber solange Auditings durchführen kann, wie man will und bis man sich sicher ist, dass es auch geholfen hat“. Professionelle Sitzungen mit einem erfahrenen Auditor kommen verhältnismäßig teurer, genaue Zahlen will man mir dabei nicht nennen. Ich stelle mir vor, dass ein Erfolg mit einem ungeübten Studenten, wie der Partner bei Scientology genannt wird, wahrscheinlich nicht helfen würde und man den Rat bekäme, professionelle Stunden zu nehmen. Ich, als wirtschaftlich denkender Mensch, würde es so machen.


[...wird fortgesetzt]

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren

 


Mittwoch, 25. April 2007
Schlafla(ba)bor
Schlecht geschlafen die Nacht. Immer wieder aufgewacht und umgedreht und wieder eingenickt und wieder aufgewacht und umgedreht und wieder eingenickt und wieder aufgewacht und umgedreht.

Zwischendurch seltsame FSK-18-Träume gehabt. Hätte eine Frau neben mir im Bett gelegen, ich hätte sie aufgeweckt und Dreiuhrmorgenssex mit ihr gehabt So nur leicht entblößt die Decke bis zum Fußende hinunter und später wieder herauf geschoben, in der Hoffnung Schlaf möge der Phantasie Einheit gebieten.

Permalink (7 Kommentare)   Kommentieren