Samstag, 19. Juli 2008
Freunde, das Bumbumdingens steht vor der Tür! Wer noch rasch ein paar Hardfacts in bewegten Bildern konsumieren möchte und gleichzeitig sehen will, was eine Handvoll Studenten innerhalb von einer Woche Praxisseminar an Sendung aushecken kann, dem sei folgender Link als Empfehlung ausgesprochen:

Countdown Loveparade

Man beachte bitte den Sprecher mit der sexy Stimme im dritten Beitrag ("Verkehrschaos!?") sowie den gut aussehenden Mann im Hintergrund zum ersten Bahnhofs-O-Ton im selben Beitrag. Vielleicht erkennen Sie ihn ja wieder...

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Donnerstag, 3. Juli 2008
Hart, Fair, sonst noch was?
Bärbel Höhn gehörte sicherlich in diese Runde. Als Grüne und Umweltpolitikerin hat sie etwas zu sagen. Leider sah man nur ihr Gesicht, da das Rot ihres Köstums dem Rot der Kulisse entsprach.
Der Ex-Manager von EnBW, Utz Claassen sah mir ein wenig aus wie Kurt Beck in arg mitgenommen. Auch er hatte sich einen Platz verdient. Irgendein anderer, dessen Namen mir nicht mehr einfällt, der aber etwas mit den Mineralölkonzernen zu schaffen hatte, darf auch dort sein.
Und selbst Ronald Pofalla, der Generalsekretär der CDU, kann sicherlich jede einzelne "Hart aber Fair"-Runde bereichern. Und weil er zuletzt Atomstrom zum Ökostrom adelte, musste er dort plappern.
Aber, bitte erklären Sie mir, falls mir etwas entgangen ist, was hat der ehemalige Förster von Falkenau in einer Runde zu suchen, die sich über die steigenden Energiepreise unterhält?

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Dienstag, 10. Juni 2008
Orangene Revolution
Bei so einem Spiel ist es schwierig zu sagen, wem man ohne allzu schlechtem Gewissen zujubeln kann. Man wägt ab und denkt sich dann, dass man für die direkten Nachbarn und Vladealer sein muss, denn mit denen zu zittern, die einem durch fehlende Fairness und direkter Arschigkeit den Weltmeistertitel im eigenen Land kaputt gemacht haben, geht mal gar nicht.

Und dann lohnt sich diese Entscheidung auch noch in dem Maße, dass die Käseleute die Spaghettipupser in Grund und Boden spielen! Die Wohnmobilkorsos demnächst werde ich ihnen deshalb großherzig verzeihen können.

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Mittwoch, 4. Juni 2008
Halbstarker Campus-Journalismus
Es muss daran liegen, dass ich seit diesem Semester intensiver zusätzlicher Beschäftigungen im Bereich von Hochschulgruppen fröhne. Sonst wäre ich wohl nicht so rasch und vor allem interessiert auf das Magazin Halbstark gestoßen. Mir wurde es als "Campus-Journalismus jenseits von Mensa-Test und Professoren-Casting" vorgestellt. Die Mutter des Magazins nennt sich Injektion und ist auf dem Campus angesiedelt, während Halbstark dieser Welt entwachsen ist und sich hinausgetraut hat.

Thematisch liegen beide auf einer Welle, was daran liegt, dass Halbstark letztlich nur die gesellschaftlich kompatiblen Texte aus Injektion übernimmt. Trotzdem gefällt mir der Rebell besser als die Spritze. Injektion ist mir zu sehr NEON in Campusmontur, wohingegen Halbstark zwar inhaltlich konform geht, aber ein deutlich sympathischeres Gewand trägt.
Bei beiden gefällt mir die Idee, den Inhalt der Ausgaben an ein einziges Thema, ja sogar nur einen einzigen Ausdruck zu koppeln. So finden sich zum Begriff "Wut" (Injektion) und dem Halbstarktitel "Die Zornigen" überraschend viele Texte, die nur im übertragenen Sinne damit in Verbindung stehen.

Nächste Woche werde ich die Chance erhalten mit den Machern von Halbstark zusammenzukommen. Ich werde wohl ihre Idee lobend zur Sprache bringen können. Allerdings werden beide Hefte auch von einer Stiftung finanziell unterstützt, was unserem kleinen Nochkäseblatt nicht gegeben ist. Aber jeder fängt ja klein an.

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Mittwoch, 21. Mai 2008
"Es hat nicht funktioniert"
Beizeiten hatte ich mal erwähnt, dass ich der Nachrichtentyp im Sinne der heute-Nachrichten sei. Die Tagesschau ist mir zu hölzern, da wird keine Miene verzogen, da ist alles steril und selbst das Wetter wird gesichtslos dahergeplappert. Beim ZDF, da wird geschmunzelt, da wird ein Räuspern mit einem Witz statt einer bierernsten Entschuldigung kaschiert und das Wetter wurde zu besten Zeiten von Uwe Wesp, dem Doktor Snuggles des Wetters, präsentiert.

Den heutigen Vormittag klebe ich allerdings bei den Nachrichten von N24 und frage mich, welche Erwartungen ich an eine Nachrichtensendung habe. Informativ sollte sie sein, klar. Differnziert und möglichst objektiv. Aber ein wenig menschlich auch. All das habe ich heute Morgen bereits erhalten. Wunderbar unprofessionell war vorhin der Morgenreport. Erst wetterte der Filmkritiker Hans-Ulrich Pönack in bester Reich-Ranicki-Manier über den neuen Indiana Jones, dem er nur das Gute abgewinnen konnte, dass Harrison Ford auch mit 60 noch die Peitsche schwingen kann. "Ansonsten ist der Film völlig ohne Sinn und Seele." Als die Moderatorin nachharkte, dies sei ja eine vernichtende Kritik, meinte Pönack grinsend: "Ich hatte mir ja vorgenommen, diesen Film gut zu finden. Ich ging ins Kino und dachte mir, dieses Mal findest du einen Film einfach nur gut. Es hat nicht funktioniert."

Danach war die "Wettermaus" dran. Andrea Kempter stand auf dem Dach, hoch über Berlin, und bewarb sich direkt um Pönacks Job, als sie sagte, man solle sich lieber den Farrell-Film "Brügge sehen... und sterben?" anschauen, der sei viel besser und überhaupt sei Harrison Ford recht unsympathisch, sie habe ihn mal interviewt. Der Moderator (wunderbar, wie sich das Duo bei den Kommentaren zu ihren Kommentatoren immer abwechseln kann) lobte Kempter, dass sie auch gut als Kiritikerin fungieren könnte, wünschte sich dann aber doch, "dass es jetzt mit der Wettermaus weitergehen" solle. Kempter lachte, quietschte das Wetter heraus und dann war Schluss. Herrliche Show. Ehrlich. Selten habe ich zwischen Schießereien in Hamburg, Obama-Siege und dem Wetter so lachen dürfen.


Bildquellen:
www.viva.de
www.andreakempter.com

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Donnerstag, 1. Mai 2008
Kalt servierte Rache
Im Ersten lief gestern Abend (dies ist derzeit zwar Live-Blogging, aber es ist zeitlich verständlicher) eine Reportage über das Problem der Medien ihre Zuschauer, Leser und Kunden zu halten. Unter dem Titel "Quoten, Klicks & Kohle" wurde dargestellt, vor welch schweren Aufgaben die Medien in der Zeit des Nutzungsumbruchs stehen. Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, Zeitungen leiden unter Auflagenschwund und auch das Fernsehen sieht sich bedroht. In zahlreichen Einzelbeiträgen hat die ARD die bereits vorhandenen als auch die kommenden Probleme aufgearbeitet und anhand von Wortmeldungen aus der Medienbranche legitimiert.

Die journalistische Objektivität wurde bei einem Bereich allerdings sichtbar auf Sparflamme runtergeregelt. Innerhalb der Berichterstattung zu dem Konflikt zwischen den öffentlich-rechtlichen Senderfamilien ARD und ZDF und dem Verband der Zeitungsverleger schwang eine wahrnehmbar große Portion an Rachegelüsten mit. Hintergrund des Konflikts ist der Wunsch der Öffentlich-Rechtlichen im Internet mehr Wortjournalismus anzubieten, was die Verleger als Angriff auf den eh nur noch mit Mühe aufrechtgehenden Printjournalismus betrachten. Es wurde auf angebliche Negativkampagnen aufmerksam gemacht, die aus dem Bereich der Verleger die Onlineaktivitäten der ARD in Misskredit brachten, indem sie die Investitionskosten auf mehrere Milliarden Euro schätzten, was die ARD aber netterweise direkt im Beitrag korrigierte.
Zu guter Letzt nahm sich die Reportage auch die Privatsender vor. Alles auf Quote, schrien die Beiträge den Privatsendern zu und als Beweis dafür, dass nur noch Kohle zählt, wurden einige Ausschnitte aus dem Programm von RTL und Sat.1 gezeigt, die qualitätive Hochwertigkeit vermissen ließen - unter anderem Extra und DSDS.

Dass die Privatsender nicht die Sperrspitze des Qualitätsfernsehens sind, ist unbestritten. Aber in einer Reportage über die Zukunft der Medien - hauptsächlich im Internet - die Sender für den Inhalt ihres Programms an der Pranger zu stellen und dabei kein Wort über Missgriffe des eigenen Hauses zu verlieren, scheint mir recht polarisierend. Auch, dass der Streit zwischen ARD und dem Verlegerverband als Hetzjagd dargestellt wurde, scheint mir weniger mit dem Thema Medienzukunft zu tun zu haben als mit dem Umstand, dass sich auch die Programmmacher der ARD durchaus an den Karren gepisst fühlen können. So verkommt auch der staatliche Bildungauftrag zu einer Posse. Obwohl, lernen konnte man aus der Reportage bei aufmerksamen Zuschauen auf jeden Fall: dass man auch der Objektivität der ARD nicht blind vertrauen sollte.

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Montag, 21. April 2008
Seniorentag bei der ARD
"Mehr Zeit zu leben" - so der Name des ARD-Themenmottos im Morgenmagazin. Statt sich einfach nur mit stupiden Beiträgen dem Thema zu widmen, scheint die ARD die Thematik heute zu leben. Erstes Anzeichen: Jan Hofer sieht viel älter, weiser, weil grauer auf dem Kopf aus. Dann wird mit Tetesept zum Wetter umgeschaltet und statt eines jugendlich frischen Kachelmann (der übrigens nie sein Studium beendet hat, wie ich zuletzt erfahren habe) steht da eine alte Dame leicht verwirrt direkt vor der Wetter Karte und treibt den Wind Richtung Nordosten, während sie händeringend nach den richtigen Worten dafür sucht. Ein leichter Anflug von Demenz umspült das Tagesaltenheimpflegeheim ARD bei dieser Szene. Das nenne ich mal Themenwoche!

Bei der Recherche bin ich drauf gestoßen, dass das vom Sender sogar so gewollt ist. Respekt! Ehrlich jetzt.

Bildquelle: WDR über www.presseportal.de

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Mittwoch, 9. April 2008
Die Welle
Während der Projektwoche, die sich mit Staatsformen auseinandersetzt, startet Gymnasiallehrer Wenger ein gewagtes Experiment: Durch die Meinung eines Schülers, heutzutage sei die Gesellschaft für diktatorische Systeme zu aufgeklärt, inspiriert, ruft er "Die Welle" ins Leben. Die Schüler seiner Projektklasse sollen durch Disziplin und Gemeinschaft lernen, wie stark und schnell eine autokratische Bewegung heranwachsen kann. Nach und nach wird "Die Welle" zu einem Selbstläufer, der immer mehr Schüler auch außerhalb des Projektes verfallen. Die Starken der Gemeinschaft erheben sich über die Schwachen, die sich dem Experiment verweigern und Wenger verliert die Kontrolle über sein eigenes Führersystem.

In einer Zeit, die sich durch Ängste und soziale Unsicherheit charakterisiert, scheint der Gedanke, dass eine klar definierte Gemeinschaft unter korrekter Führung zu einer wahren Bewegung erstarken kann, nicht einmal allzu abwegig. Ein Wir-Gefühl wird anfangs sicherlich kein Unbehagen auslösen, sondern wahrscheinlich von den meisten als warme Umarmung begrüßt. Ist so eine Gemeinschaftsstruktur erst einmal herangewachsen, von den Tragenden akzeptiert und mit klarer Linie geführt, sind selbsterhalterische Züge nicht mehr fern. Ein Symbol verdeutlicht den Schritt zu einem großen Ganzen, auf das man stolz sein kann. Führerkult? Ausgrenzung Andersdenkender? Infolgedessen Kontrollverlust? Alles denkbare Konsequenzen einer solchen Bewegung, wenn Sie mich fragen. Die Erfahrungen des Dritten Reiches, sagen wir immerfort, wird verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt. "Die Welle" zeigt, dass Geschichte im Kleinen beginnt und wachsen kann.

Die Adaption des Romans von Morton Rhue aus dem Jahre 1981 wurde mit Jochen Vogel in der Hauptrolle in die Jetztzeit verlegt. Schauplatz ist nunmehr ein deutsches Gymnasium - pikanter noch als im Original, da hier das Thema Nationalsozialismus größere Wellen schlägt. Regisseur Dennis Gansel zeigt in scharf geführten Bildern und in Szenen, in denen "Die Welle" Formen annimmt, mit kühler Ästhetik, wie sich das Experiment verselbstständigt und diktatorische Züge annimmt. Vogel in der Rolle des Lehrer Wenger ist wie so oft ein Glücksgriff, denn kaum einer versteht es mehr den rebellischen Außenseiter zu mimen als er. Besser hätte mir wohl nur noch der verstorbene Ulrich Mühe zugesagt, denn ihm hätte ich die Führerfigur noch intensiver zugetraut. Die junge Garde um Vogel herum macht ihre Sache gut. Keiner spielt den anderen an die Wand, aber leider glänzt auch keiner wirklich. Es sind unter anderem die ruhigen Momente im Film, die ihn stark machen und dem Thema Gemeinschaftsstolz, das immer schwer an der Grenze zur Übertreibung zu halten ist, Ausdruck verleiht.

Bildquelle: Constantin Film

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Donnerstag, 20. Dezember 2007
Radio-head
Das Haus wirkt ziemlich groß und opulent für seine Dienste. Mittig schwingt sich eine, zur Zeit mit Weihnachtsdekoration überladene Treppe in eine Höhe von drei Stockwerken. Riesige Weihnachtsmänner lassen sich von den Wänden hängen - ihr Rot kontrastiert harmonisch mit dem Grün unserer Besucherausweise. Dass hier, in diesen Räumen, Radio gemacht werden soll, kann man auf den ersten Blick kaum glauben. Nur, wenn aus den Eckboxen das Live-Programm tönt und sich dann ein Gesicht durch eine halbgeöffnete Tür schiebt um mit kecken Blick zu fragen: "Wie war ich?", kommen einem entsprechende Assoziationen in den Kopf.

Radio.NRW in Oberhausen liefert das Rahmenprogramm für die 45 lokalen Radiostationen in Nordrhein-Westfalen. Von hier tönen 21 Stunden Vollprogramm inklusive Nachrichten, Staumeldungen, Comedy aus den Lautsprechern. Dass die einzelnen Lokalstationen nur drei Stunden Programm selber produzieren und der Rest - bis auf das Wetter und jeweils 10 Minuten optionale Zeit in einer Stunde - zentral von Radio.NRW zusammengemischt wird, bekommen die Hörer nicht mit. Auch werden sie niemals etwas von den netten Herren in der Musikredaktion erfahren, die jeweils einen kompletten Tag Musik zusammenbasteln. Diese Pakete werden wie ein Fertiggericht an die Moderatoren im Studio gegeben, die dort nur noch einzelne Gewürze wie An-, Zwischen- und Abmoderationen hinzumischen. Die Musikgestaltung folgt einem klaren Schema: Nicht mehr als zwei weibliche Interpreten, nicht mehr als vier männliche hintereinander. Nach einer Uptempo-Nummer folgt etwas ruhiges. Dass mitten in die Moderationen oder die Stücke nicht die stündlichen Nachrichten reinplatzen ist die Aufgabe der örtlichen Moderatoren. Zur vollen Stunde wird das Programm zentral geschaltet - "Nachrichten aus NRW, Deutschland und der Welt", ob man will oder nicht. Genauso ist auch die 10-Minuten-Option in der Stunde (von xx:23 Uhr - xx-33 Uhr) eine Option von zehn Minuten und nicht von zehn Minuten 13 Sekunden. Wer nach zehn Minuten nicht zu Potte kommt, hat selber Schuld.

Das Programm läuft. Radio.NRW hat mit seinen 45 Lokalstationen über 1,5 Millionen Zuhörer. Regelmäßige Umfragen ergaben, dass Hörer mit dem Alter eher zu den Lokalen wechseln, als zu anderen großen Stationen. Die Macher hinter Radio.NRW sind sich ebenfalls treu geblieben. Manche sind über sieben Jahre dort, bekannte Größen wie Jürgen Bangert, der den überregional bekannten Elvis Eifel mimt und noch dazu knapp 50 Promis in sich trägt, geben dem Zentralsender ein Gesicht und natürlich seine Stimmen.
Radio macht Spaß. Diesen Eindruck hat man zumindest nach dieser Führung und nach den zahlreichen lockeren Gesprächen mit den Verantwortlichen. "Wer nen Praktikumsplatz braucht, soll einfach anrufen", bietet man uns zum Schluss an. "Solange ihr in der Nachrichtenredaktion nicht fragt, weshalb die Uhr mit New York darunter falsch geht, seid ihr dann auch länger willkommen." Die Praktikantin, die sich das geleistet hatte, musste kurz danach gehen, ergänzt man mit einem süffisanten Grinsen.

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Freitag, 2. November 2007
Erneut trübes Kindergartenfernsehen
Letzte Woche war ich ja förmlich entsetzt, wie die Premiere von "Schmidt & Pocher" in den Sand gesetzt worden war. Anfängerfehler vielleicht, habe ich mir dann im Nachhinein gedacht. Also wurde vorhin erneut die 1 auf der Fernbedienung betätigt, eine zweite Chance haben die beiden sich verdient, jawohl. Dieser wohlwollende Gedanke war allerdings recht schnell verflogen, als ich Schmidt in Babymontur in ein Becken voller bunter Bälle habe springen sehen. Verdrückt? Statt der 1 für die ARD die 6 von RTL 2 erwischt? Wäre vielleicht sogar besser gewesen. "Man muss die Zuschauer im frühen Alter abholen", erklärte Schmidt. Mit solchen Methoden kann man aus der Sendung schnell ein Format für 9Live machen.

Diesmal absolvierte Pocher den Standup und versuchte sich daran, Schmidt als Stichwortgeber Parole zu bieten. Dass sich die beiden recht schnell auf Stefan Raab einschossen, erschien mir wie ein kleiner Seitenhieb, hatte Raab doch zuletzt in einem Interview mit dem SPIEGEL Pocher bescheinigt, er würde bei der ARD nicht heimisch werden können.
Möglicherweise war es aber auch ein dezenter Hinweis, was "Schmidt & Pocher" zu sein scheint - das "TV Total" der ARD. Statt geistreicher Pointen und bissiger Satire wird nur noch das eh schon dümpelnde Fernsehen mit Ausschnitten und Colagen aufs Korn genommen. Die Gäste, in dieser Woche Bully Herbig, verkommen wohl zur Randfigur, wenn man bedenkt, dass letzte Woche Günther Jauch nur ein paar Minuten palavern und auch Herbig heute einzig für den Schluss auf dem Sofa Platz nehmen durfte.

Highlight der Show: Wieder einmal ein Einspieler. In Form der Verkehrssendung "Der 7. Sinn" wurde dem neuen SPD-Lieblingsthema gehuldigt. Tempo 130 biete viele Möglichkeiten und aus den verkehrberuhigten Zonen werden die Tempo-130-Zonen. Nette Idee.
Tiefpunkt der Sendung: Eindeutig Pochers Äußerung zu Manuel Andrack, der durch das neue Konzept wieder hinter den Kameras für die Sendung tätig ist. Als Bandleader Zerlett den Namen Andracks nannte, zog Pocher schnell: "Wer ist eigentlich dieser Manuel?" Als Scherz getarnt, nehme ich Pocher diese Frage nicht als solchen ab, sondern unterstelle ihm hiermit ganz offiziell einen beschämenden Hintergedanken.

Das Positive an der Sendung ist in meinem Fall, dass ich wieder an die gut gemachte Sendung "Polylux" erinnert wurde, die auf das Kindergartenfernsehen von Schmidt und Pocher folgt. Katrin Bauerfeind wirkt frisch und gelassen und kann mit einer augenzwinkernden Bemerkung mehr vollbringen als Harry und Oli in 60 Minuten zusammen.

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