Fromm
Ihre Hände hat sie gefaltet an den Bauch gelegt, das Körbchen hinten auf dem Träger ist vollgestopft mit Obst und Gemüse. Sie steht seitlich am Straßenrand, aber immer noch mit dem Hinterrad soweit auf der Straße, dass die Wagen leicht einlenken müssen, um an ihr vorbeizufahren. Und da steht die junge Frau, ihr Fahrrad zwischen die Beine geklemmt, seelenruhig und lässt sich selbige durch den Herrn säubern. Steht da fünf Minuten und betet. Es war ein beeindruckendes Bild, das sich mir da nach Feierabend, direkt am Potsdamer Platz, zwischen dem Ritz Carlton und dem Bahnzugang bot. Ob sie wohl sündigte zuvor? Oder ob es Schlag der Uhr gen sieben lag? Ich weiß es nicht, ich Ungläubiger, und werde es wohl auch nicht auf dem Himmelsflur gerüchteweise mitbekommen.

Was ich faktlich aber sagen kann, ist, dass ich mir ein verlängertes Wochenende in der Heimat gönne. Morgen früh um viel zu frühe sieben Uhr geht es los, erst nach Dortmund, dann nach Dinslaken und Montag wieder zurück. Ich werde diese Zeit genießen, denn obwohl die Zeit hier in Berlin - Halbzeit fürs Praktikum übrigens - wie der Duft einer schönen Frau rasch verflogen ist, freue ich mich doch darauf, wieder heimischen Boden betreten zu können. Home sweet home.

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